Arbeitszeit

Dokumentation der Tagung "Streit um Zeit. Arbeitszeitperspektiven …

Dokumentation der Tagung "Streit um Zeit. Arbeitszeitperspektiven zwischen Kulturwandel und Leistungspolitik"

Wie die Arbeitszeiten theoretisch und faktisch geregelt sind, welche Spielräume und welche Sicherheiten Beschäftigte haben und wie Arbeitszeiten mit Leistungs-anforderungen korrespondieren – das alles bestimmt maßgeblich das gesamte Leben.

Die von den Bereichen „Innovation und Gute Arbeit“ und „Grundsatzabteilung Tarifpolitik“ gemeinsam organisierte und sehr gut besuchte Tagung am 13. Oktober 2017 hat aus gewerkschaftlicher Perspektive die Frage gestellt, welche Arbeitszeitperspektiven von Beschäftigten gewünscht und gefordert werden und wie diese realisiert werden können. Diskutiert wurden gewerkschaftspolitische Forderungen und Konzepte ebenso wie die Faktoren im Arbeitsalltag, die darüber entscheiden, ob Regelungen durchgesetzt werden können, ob sie in der Praxis wirklich greifen und ob sie von den Beschäftigten angenommen werden. Leitfragen waren:

  • Wie ist die Situation in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsintensität in Betrieben, Verwaltungen, Unternehmen?
  • Welche Gestaltungsansätze gibt es und wie greifen diese in der betrieblichen Praxis?
  • Welches sind unsere gewerkschaftspolitischen Visionen und Forderungen und was brauchen wir, um diese zu erreichen?

Prof. Kerstin Jürgens (Soziologin an der Uni Kassel) stellte in ihrer Keynote die Frage danach, wie Arbeitszeiten zukunftsfähig aufgestellt werden können und umriss aktuelle Herausforderungen und Gestaltungsoptionen. Einen Blick in einzelne Branchen und die jeweiligen Herausforderungen und Gestaltungsansätze vermittelten Volker Mörbe (Personalrat und Vertrauensleute-Sprecher am Klinikum Stuttgart) für den Krankenpflegebereich und Stephan Fuhrmann (Betriebsrat bei der Rhein-Neckar-Verkehrs-GmbH) für den Öffentlichen Nahverkehr. Eine gewerkschaftliche Einordnung und Positionsbestimmung zu den Themen Arbeitsintensität, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie zu den tarifpolitischen Ansätzen nahmen Astrid Schmidt, Anke Thorein (beide ver.di-Bereich Innovation und gute Arbeit) und Sylvia Skrabs (ver.di-Bereich Grundsatz Tarifpolitik) vor.

Die Präsentationen zu den Vorträgen stehen als PDF zur Verfügung.

Die Arbeitsgruppenphase widmete sich der Frage, welche Stellschrauben auf dem Weg zu einer humanen Arbeitszeitgestaltung, die von den Wünschen der Beschäftigten ausgeht und auch wirklich bei den Menschen ankommt, berücksichtigt und beeinflusst werden müssen. Diskutiert wurden sowohl Herausforderungen und Problemlagen als auch Wünsche und Visionen.